Umsetzung von Steuerungen für Verbrauchseinrichtungen – Geschäftschancen für das E-Handwerk

Quelle: VDE FNN [1]
17.02.2026 00:01 Uhr

Die Energiewende stellt das deutsche Stromnetz vor bisher unbekannte Herausforderungen. Mit der zunehmenden Integration von PV-Anlagen, Wärmepumpen, Wallboxen und anderen steuerbaren Einrichtungen wächst die Komplexität der Netzsteuerung exponentiell. Um dieser Herausforderung zu begegnen, hat der VDE FNN ein umfassendes Regelwerk aus drei aufeinander aufbauenden Dokumenten entwickelt, das die Grundlage für die standardisierte Steuerung über intelligente Messsysteme (iMSys) bildet.

Die Notwendigkeit für standardisierte Steuerungskonzepte ergibt sich aus der fundamentalen Transformation des Energiesystems. War das traditionelle Stromnetz durch zentrale Großkraftwerke und unidirektionale Energieflüsse geprägt, so charakterisiert das angestrebte, künftige Stromnetz eine dezentrale Struktur mit bidirektionalen Energieflüssen und einer Vielzahl von steuerbaren Verbrauchern und Erzeugern auf verschiedenen Netzebenen.

Hierarchische Strukturen

Diese Transformation erfordert neue Ansätze für die Netzsteuerung. Das VDE-FNN-Regelwerk liefert Lösungen für diese Herausforderungen mit der Entwicklung einheitlicher Standards, die eine effiziente und sichere Integration steuerbarer Einrichtungen ermöglichen. Hierzu betrachten wir in diesem Beitrag drei wichtige Dokumente mit einem Gesamtumfang von 128 Seiten. Sie bilden eine klare hierarchische Struktur, welche sowohl logische Abhängigkeiten als auch praktische Umsetzungsschritte widerspiegelt:

  • Stufe 1 bilden die Steuerungskonzepte [1] als Basisdokument, das die terminologische und konzeptionelle Grundlage schafft.
  • Stufe 2 stellt der Inbetriebnahmeprozess [2] dar, der die theoretischen Konzepte in praktische Arbeitsabläufe übersetzt. Er definiert, wie die in Stufe 1 beschriebenen Konzepte konkret umgesetzt werden.
  • Stufe 3 bildet der Steuerungs-Administrator [3] als übergeordnete Managementebene für die langfristige Verwaltung implementierter Steuerungssysteme.

Diese Hierarchie spiegelt sowohl konzeptionelle Abhängigkeiten als auch den zeitlichen Ablauf wider: Erst müssen Konzepte definiert, dann implementiert und schließlich verwaltet werden.

Zur Umsetzung dieser Strukturen sind für unsere »de«-Leser in diesem Kontext zwei relevante Akteure besonders hervorzuheben:

  • Installateur – Mitarbeiter eingetragener Elektrofachbetriebe, die im Auftrag des Betreibers steuerbare Einrichtungen in der Kundenanlage installieren
  • Monteur – Mitarbeiter des MSB (Messtellenbetreiber) oder beauftragte Dienstleister, die Steuerungseinrichtungen des MSB in der Kundenanlage installieren.

Standardisierte Steuerungskonzepte

Das Basisdokument »VDE FNN Steuerungskonzepte« [1] entwickelt einen praxisnahen Katalog von 14 standardisierten Steuerungskonzepten (R1 … R5, D1 … D5 und M1 …M4). Diese Kategorisierung erfolgt nach drei Kriterien: der verwendeten Schnittstelle zur steuerbaren Einrichtung (Relais oder Digital), der Art der Steuerung (Direktsteuerung /Steuerung mittels EMS – Energie-Management-System) und der Art der steuerbaren Einrichtung (entweder Bezug oder Einspeisung).

Das Grundsteuerungskonzept (Bild 1) dient uns hier als Beispiel. Es sieht vor, eine steuerbare Verbrauchseinrichtung (SteuVE) über das Relais »W4« mit der Steuerbox (STB) zu verbinden. Im Zustand »0« (offener Schließer, LED aus) ermöglicht W4 den uneingeschränkten Betrieb. Im Zustand »1« (geschlossener Schließer, LED ein) wird eine Steuerungshandlung zum Dimmen ausgelöst. Der Installateur muss bei Inbetriebnahme der SteuVE den netzwirksamen Leistungsbezug (»Mindestbezugsleistung«) gemäß BK6-22-300 konfigurieren.  Erzeugungsanlagen (EZA) werden nach dem Grundsteuerungskonzept an die Relais »S1«, »S2« und »W3« angeschlossen. Ist keines der Relais angesteuert / geschlossen, wird die volle Leistung (100 %) an die EZA freigegeben. Sollten EZA jedoch abweichend vom Grundsteuerungskonzept über einen »Einzelkontakt« (0 %, 100  %) an die Steuerbox angeschlossen werden, müssen die Relais S1, S2 und W3 parallel geschaltet werden, um die Steuerung in den Stufen 30 % und 60 % auf 0 % zu deaktivieren.

Die Relais-Steuerungskonzepte (R1 … R5) nutzen bewährte Schützsteuerungen und sind besonders für den direkten Anschluss von Verbrauchern geeignet (Bild 2). Diese Konzepte sind für Elektrohandwerker besonders relevant, da sie auf etablierte Installa­tionstechniken aufbauen. Die digitalen Steuerungskonzepte (D1 … D5) hingegen nutzen moderne Kommunikationsprotokolle und ermöglichen eine granularere Steuerung über intelligente Geräte (Bild 3).

Die Mixed-Konzepte (M1 … M4) kombinieren verschiedene Ansätze und berücksichtigen komplexe Anlagen mit sowohl analogen als auch digitalen Komponenten. Diese Flexibilität ist entscheidend für die Praxistauglichkeit des Systems (Bild 4).

Diese Standardisierung schafft eine einheitliche Kommunikationsbasis zwischen VNB (Verteilnetzbetreiber), MSB bzw. Monteuren und Installateuren. Elektrohandwerker, die diese Standards beherrschen, können sich als kompetente Partner für moderne Energietechnik positionieren und haben deutliche Wettbewerbsvorteile. Die Standards reduzieren Planungsaufwand und ­ermöglichen wiederverwendbare Lösungsansätze für ähnliche Installationsszenarien.

Quelle: VDE FNN [1]
Quelle: VDE FNN [1]

Praktische Umsetzung: Strukturierte Inbetriebnahme

Der »Inbetriebnahmeprozess« [2] wandelt theoretische Steuerungskonzepte in konkrete Arbeitsabläufe um. Er erläutert detailliert, wie die Verbindung zwischen steuerbaren Einrichtungen des Betreibers und Steuerungseinrichtungen des MSB hergestellt wird und welche Prozesse und Daten in jedem Schritt erforderlich sind. Das Dokument gliedert den Inbetriebnahmeprozess in klar definierte Phasen: Vorbereitung, Montage, Konfiguration und Verifikation. Jede Phase hat spezifische Eingangsbedingungen, Arbeitsschritte und Ausgangsergebnisse. Besonders wertvoll ist die detaillierte Beschreibung der Schnittstellen zwischen den ­verschiedenen Akteuren und deren Verantwortlichkeiten. Die Anforderungen der Testprozeduren und Abnahmeverfahren gewährleistet Rechtssicherheit und minimiert das Haftungsrisiko für Installateure.  Darüber ­hinaus werden Qualitätsstandards definiert, die eine einheitliche Ausführungsqualität sicherstellen.

Das VDE-FNN-Dokument dient als strukturierte Anleitung für komplexe Installa­tionsprozesse und minimiert so das Risiko von Fehlern durch unklare Arbeitsabläufe.  Es reduziert außerdem die Anzahl der erforderlichen Terminabstimmungen zwischen verschiedenen Akteuren, was zu weniger ­Koordinationsaufwand und effizienteren Arbeitsabläufen führt.  Darüber hinaus ermöglicht die strukturierte Herangehensweise eine präzisere Kalkulation der Arbeitszeiten und realistischere Angebotserstellung.

Administrative Verwaltung

Das Dokument »Steuerungs-Administrator« [3] beschreibt die langfristige administrative Verwaltung der Steuerungsfunktionen. Es erweitert den ursprünglichen Steuerbox-Administrator zum Steuerungs-Administrator (ST-A) und umfasst spezifische technische Funktionen wie Steuerungshandlungen, Zertifikatsmanagement, Zeitsynchronisation, Geräteverwaltung, Monitoring und Entstörung sowie Stammdatenverwaltung.

Der ST-A übernimmt zentrale Aufgaben wie die Verwaltung der Kommunikationsverbindungen, die Überwachung der Systemfunktionen und die Durchführung von Updates und Wartungsarbeiten. Diese Rolle ist essentiell für den langfristigen, störungsfreien Betrieb der Steuerungsinfrastruktur.

Besonders relevant für das Elektrohandwerk sind die Schnittstellen des ST-A zu den physischen Installationen. Änderungen an der Hardware müssen entsprechend in der administrativen Ebene abgebildet werden, was eine enge Zusammenarbeit zwischen Installateuren und Systemadministratoren erfordert.

Das Verständnis dieser Verwaltungsebene bietet Elektrohandwerkern einen Geschäftsvorteil. Es ermöglicht ihnen, langfristige Serviceverträge anzubieten und sich als kompetente Ansprechpartner für den gesamten Lebenszyklus der Steuerungseinrichtungen zu etablieren. Dies schafft wiederkehrende Umsätze und stabile Kundenbeziehungen.

Zentrale Rolle und Verantwortung des E-Handwerks

Als Installateure werden explizit »Mitarbeiter von eingetragenen Elektrofachbetrieben« definiert, die im Auftrag des Betreibers steuerbare Einrichtungen in der Kundenanlage in­stallieren. Die Eintragung in das VNB-Portal darf in der Regel nur durch eingetragene Elektroinstallateure erfolgen. Das E-Handwerk trägt somit eine Schlüsselverantwortung im gesamten System.

Diese Verantwortung erstreckt sich über mehrere Bereiche: Die korrekte Installation der Hardware, die sachgemäße Verdrahtung der Steuerungsschnittstellen, die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften und die ordnungsgemäße Dokumentation der Arbeiten. Jeder dieser Aspekte hat direkten Einfluss auf die Funktionsfähigkeit des Gesamtsystems.

Die praktischen Arbeitsaufgaben umfassen die Montage und den elektrischen Anschluss der steuerbaren Einrichtung sowie die Herstellung der Schnittstelle zum Übergabepunkt und damit zur Steuerungseinrichtung des MSB. Ohne Kenntnis der standardisierten Steuerungskonzepte können diese Arbeiten nicht ordnungsgemäß ausgeführt werden.

Quelle: VDE FNN [1]

Erweiterte Qualifikationsanforderungen

Die VDE-FNN-Standards erfordern erweiterte Qualifikationen von Elektrohandwerkern. Neben den traditionellen elektrotechnischen Kenntnissen werden nun auch Kompetenzen in der Kommunikationstechnik, im Datenmanagement und in der Systemintegration benötigt.

Besonders wichtig ist das Verständnis für die Interaktion zwischen verschiedenen Systemkomponenten. Ein fehlerhaft installiertes Gateway kann nicht nur die lokale Installation beeinträchtigen, sondern auch Auswirkungen auf das gesamte Stromnetz haben. Dies erfordert ein systemisches Denken, das über die traditionelle Elektroinstallation hinausgeht.

Technische Schnittstellen und Systemintegration

Die Dokumente bauen technisch aufeinander auf: Die Steuerungskonzepte definieren die Schnittstellenarten (Relais / Digital), der Inbetriebnahmeprozess beschreibt deren praktische Implementierung, und der Steuerungs-Administrator verwaltet deren Betrieb über verschiedene Funktionsbausteine.

Die Relais-Schnittstellen erfordern klassische elektrotechnische Kenntnisse, während die digitalen Schnittstellen zusätzlich Kompetenzen in der Netzwerktechnik und Protokollkonfiguration verlangen. Die Mixed-Ansätze kombinieren beide Welten und erfordern ein tiefes Verständnis der Interaktionen zwischen analogen und digitalen Systemen.

Alle Dokumente verwenden einheitliche Terminologien der Marktkommunikation, insbesondere »Steuerbare Ressource« und »Technische Ressource«. Dies schafft Transparenz bei der Abbildung der physischen Technik in die Marktkommunikation und ermöglicht eine präzise Kommunikation zwischen allen beteiligten Akteuren.

Wachsender Zukunftsmarkt

Mit der zunehmenden Verbreitung von Wärmepumpen, Wallboxen, PV-Anlagen und anderen steuerbaren Einrichtungen wächst der Markt kontinuierlich. Die VDE-FNN-Dokumente beschreiben die technischen Standards für diesen Zukunftsmarkt und unterstützen die massentaugliche Etablierung der Steuerung über intelligente Messsysteme.

Der Markt für steuerbare Einrichtungen wird durch mehrere Faktoren getrieben: Regulatorische Anforderungen (§ 14a EnWG), wirtschaftliche Anreize durch flexible Tarife und die technische Notwendigkeit der Netzstabilisierung bei steigendem Anteil erneuerbarer Energien.

Die Standardisierung durch VDE FNN reduziert gleichzeitig die Marktrisiken für Elektrohandwerker. Statt auf proprietäre Lösungen einzelner Hersteller angewiesen zu sein, können sie auf breit akzeptierte Standards setzen, die eine langfristige Kompatibilität und Wartbarkeit gewährleisten.

Neue Geschäftsmodelle und Servicefelder fürs E-Handwerk

Die VDE-FNN-Standards eröffnen neue Geschäftsmodelle für das Elektrohandwerk. Neben der herkömmlichen Installation entstehen Möglichkeiten für:

Beratungsdienstleistungen: Kunden benötigen Unterstützung bei der Auswahl der optimalen Steuerungskonzepte für ihre spezifischen Anforderungen. Elektrohandwerker mit fundiertem Verständnis der VDE-FNN-Standards können sich als kompetente Berater positionieren.

Systemintegration: Die Integration verschiedener steuerbarer Einrichtungen in ein kohärentes System erfordert spezielle Expertise. Dies umfasst nicht nur die technische Integration, sondern auch die optimale Abstimmung der verschiedenen Komponenten aufeinander.

Wartung und Support: Die komplexeren Systeme erfordern regelmäßige Wartung und gelegentliche Updates. Elektrohandwerker können langfristige Serviceverträge anbieten, die wiederkehrende Umsätze generieren.

Optimierungsservices: Nach der Installa­tion können Systeme durch Anpassung der Konfiguration oder Ergänzung zusätzlicher Komponenten optimiert werden. Dies schafft Möglichkeiten für Folgeaufträge.

Rechtssicherheit und Haftungsvermeidung

Die VDE-FNN-Dokumente definieren den Stand der Technik. Installateure, die diese Standards nicht kennen oder nicht befolgen, riskieren rechtliche Probleme bei fehlerhaften Installationen. Gleichzeitig definieren die Dokumente exakt, welche Aufgaben in den Verantwortungsbereich des Installateurs fallen und welche beim MSB bzw. Monteur liegen, was Rechtssicherheit schafft. Diese klare Abgrenzung der Verantwortlichkeiten ist besonders wichtig bei komplexen Systemen, an denen mehrere Akteure beteiligt sind. Streitigkeiten über die Ursache von Systemfehlern können durch die präzisen Definitionen der VDE-FNN-Standards oft vermieden oder schnell geklärt werden.

Die Einhaltung der Standards schützt auch vor Regressansprüchen. Wenn eine Installation nach VDE-FNN-Standards erfolgt ist und ordnungsgemäß dokumentiert wurde, ist das Haftungsrisiko für den Installateur erheblich reduziert.

Wettbewerbsvorteile durch Spezialisierung

Elektrohandwerksbetriebe, die sich frühzeitig auf die VDE-FNN-Standards spezialisieren, können sich deutliche Wettbewerbsvorteile verschaffen.  Diese Spezialisierung bietet mehrere Vorteile:  Sie verschafft einen Wissensvorsprung gegenüber Mitbewerbern, die noch auf traditionelle Methoden setzen. Kunden bevorzugen Handwerker, die mit den neuesten Standards vertraut sind und zukunftssichere Lösungen anbieten können.  MSB und VNB arbeiten bevorzugt mit Installateuren zusammen, die die aktuellen Standards beherrschen, um die Qualität und Effizienz der Installationen zu gewährleisten.  Spezialisierte Dienstleistungen ermöglichen in der Regel höhere Margen als Standardinstallationen.

Komplexität der Materie

Die VDE-FNN-Dokumente sind technisch anspruchsvoll und erfordern Zeit und Engagement für die Einarbeitung.  Diese Komplexität kann zwar zunächst abschreckend wirken, bietet aber gleichzeitig einen Wettbewerbsvorteil für Betriebe, die sich der Mühe der Einarbeitung unterwerfen.

Die Komplexität ergibt sich aus der Notwendigkeit, verschiedene technische Bereiche zu integrieren: klassische Elektrotechnik, moderne Kommunikationstechnik, Energiemanagement und Marktkommunikation. Diese Integration ist entscheidend für die Energiewende, erfordert aber erweiterte Kompetenzen.

Um die Komplexität zu bewältigen, können Betriebe systematische Weiterbildungsprogramme anbieten, die mit den Grundlagen der Steuerungskonzepte beginnen und schrittweise komplexere Themen behandeln. Praktische Erfahrungen in Pilotprojekten und der Aufbau von Kooperationen mit anderen Spezialisten können das Verständnis und die Kompetenz der Mitarbeiter weiter verbessern.

Investitionen in Qualifikation und Ausrüstung

Die Implementierung der VDE-FNN-Standards erfordert Investitionen in Weiterbildung und möglicherweise in neue Mess- und Testausrüstung.  Diese Anfangsinvestitionen können für kleinere Betriebe eine Herausforderung darstellen.  Sie sollten jedoch als langfristige Investition in die Zukunftsfähigkeit des Betriebs betrachtet werden. Die Kosten für die Nicht-Anpassung an die neuen Standards sind langfristig höher als die Investitionskosten für die Weiterbildung.  Um die Belastung zu reduzieren, stehen Finanzierungsoptionen wie Förderungen für berufliche Weiterbildung, die stufenweise Qualifizierung einzelner Mitarbeiter als Multiplikatoren und die Bildung von Kooperationen zur Verfügung.

Die nächsten Entwicklungsstufen

Die VDE-FNN-Standards werden kontinuierlich an technologische Entwicklungen angepasst. Zukünftige Versionen werden neue Technologien wie Vehicle-to-Grid, erweiterte Speichersysteme und KI-basierte Optimierungsalgorithmen integrieren. Elektrohandwerker, die bereits mit den aktuellen Standards vertraut sind, werden diese Weiterentwicklungen leichter umsetzen können als Betriebe, die erst später einsteigen.

Die Energiewende wird durch verschiedene regulatorische Maßnahmen vorangetrieben. Zukünftige Gesetzesänderungen werden voraussichtlich die Bedeutung standardisierter Steuerungskonzepte weiter erhöhen und möglicherweise sogar verpflichtend machen. Die frühzeitige Beschäftigung mit den VDE-FNN-Standards bereitet Betriebe auf diese kommenden regulatorischen Anforderungen vor und verschafft ihnen einen Startvorteil bei deren Umsetzung. Die deutschen VDE-FNN-Standards werden vermutlich auch international beachtet und können als Vorbild für europäische oder internationale Standards dienen. Betriebe mit Expertise in diesen Standards können von internationalen Geschäftsmöglichkeiten profitieren.

Fazit

Die drei VDE-FNN-Dokumente bilden gemeinsam ein vollständiges Regelwerk für die moderne Energietechnik. Sie definieren nicht nur technische Standards, sondern schaffen auch die Grundlage für neue Geschäftsmodelle und langfristige Kundenbeziehungen. Elektrohandwerksbetriebe, die sich frühzeitig mit diesen drei Dokumenten vertraut machen, sichern sich nicht nur rechtlich ab, sondern positionieren sich als kompetente Partner für die Energiewende. Die Investition in das Verständnis dieser Standards zahlt sich durch effizientere Arbeitsabläufe, reduzierte Fehlerquoten und neue Geschäftsmöglichkeiten aus.

Die VDE-FNN-Dokumente sind mehr als technische Richtlinien – sie sind der Schlüssel zu einem systematisch erschlossenen Zukunftsmarkt, in dem das Elektrohandwerk eine zentrale Rolle spielt. Die Komplexität der Materie sollte nicht als Hindernis, sondern als Chance begriffen werden. Sie schafft eine natürliche Barriere gegen unqualifizierte Anbieter und ermöglicht es spezialisierten Betrieben, sich nachhaltig zu differenzieren.

Dreistufiges Regelwerk des VDE FNN

[1] VDE FNN Steuerungskonzepte –
Katalog zur Umsetzung von Steuerungsaufgaben über iMSys, Version 1.0, August 2025

[2] Inbetriebnahmeprozess der Verbindung zwischen Steuerungseinrichtungen und steuerbaren Einrichtungen – Anwendungshilfe für den Anschlussprozess und die Inbetriebnahme der Schnittstelle, Version 1.0, Oktober 2025

[3] Steuerungs-Administrator – Beschreibung der Ausgestaltung von Funktionen und Schnittstellen für die Durchführung von Steuerungshandlungen über intelligente Messsysteme durch den Messstellenbetreiber, Version 2.0 Oktober, 2025.

Diese Dokumente sind zum Download erhältlich unter: www.normenbibliothek.de

Quelle: 

de – das elektrohandwerk

Autor:

Dipl.-Ing. (FH) Michael Muschong, Redaktion »de«