Lösungen für mehr Energieeffizienz und Beleuchtungsqualität

21.11.2025 00:01 Uhr

Für Betreiber von Beleuchtungsanlagen sind Elektrofachbetriebe erste Ansprechpartner, wenn es um die Beleuchtung geht. Das dominierende Thema heißt aktuell »Sanierung«. Betreiber stellen sich dabei viele Fragen zu Konzept, Aufwand und Nutzen. Umso wichtiger ist es, sich jetzt mit dem Thema zu beschäftigen, um kompetent beraten zu können und Projekte proaktiv anzugehen. Lichtbandleuchten gehören zu den am häufigsten eingesetzten Systemen in der professionellen Beleuchtung. Ihre Sanierung auf ein hohes beleuchtungstechnisches Niveau bei zeitgemäßer Effizienz gelingt hier besonders schnell und einfach. Und das in den meisten Fällen ganz ohne Betriebsunterbrechungen.

Gewerbebetriebe mit Produktions- und Lagerhallen, Discountmärkte, Autohäuser und Werkstätten sowie Handwerksbetriebe mit Metall- oder Holzverarbeitung sind typische Betätigungsfelder für das Elektrohandwerk bei KMU-Kunden. Häufig sind hier noch Lichtbänder mit Leuchtstofflampen installiert. Da der Tageslichteinfall oft unzureichend ist, bleibt das Licht über die gesamte Arbeitszeit eingeschaltet. Schon der einfache Umstieg auf LED-Technologie kann die Anschlussleistung um mehr als 50 % reduzieren. Die hohe Leuchteneffizienz moderner Geräteträger und die langen Betriebszeiten sind beste ­Voraussetzungen, dass sich die Investition schnell amortisiert.

Für Elektrofachunternehmen lohnt es sich, dieses umsatzstarke Thema aktiv anzusprechen. Wichtig ist dabei zu betonen: Die Sanierung von Lichtbandsystemen ist ruckzuck erledigt – ohne Einbeziehung weiterer Gewerke (Bild 1).

Sanierungsgründe im Überblick

Bei Bestandsanlagen können unterschiedlichste Defizite auftreten. Mängel bei der elektrischen, thermischen oder mechanischen Sicherheit fallen der Elektrofachkraft oft schon bei Reparaturen oder Wiederholungsprüfungen nach DIN 0105-100 auf. Sobald die Sicherheit beeinträchtigt ist, ist unverzügliches Handeln erforderlich – oft mit der Erkenntnis, dass eine Sanierung dringend nötig ist.

Besonderes Augenmerk verdient aber auch die Beleuchtungsqualität. Dieser Bereich wird in der Technischen Regel für Arbeitsstätten ASR 3.4 vom Mai 2023 geregelt. Neben den lichttechnischen Anforderungen verlangt die ASR 3.4 auch regelmäßige Überprüfungen, da sich die Sehanforderungen ändern können, die Arbeitsplätze neu angeordnet wurden oder die lichttechnischen Eigenschaften der Leuchten sich verschlechtert haben.

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) hat zur Konkretisierung der Prüferkompetenz den Grundsatz 315-201 erlassen. Dieser beschreibt die Anforderungen an eine »Fachkundige Person für die Überprüfung und Beurteilung der Beleuchtung von Arbeitsstätten«. Eine kurze zweitägige Schulung, die von zahlreichen Fachakademien angeboten wird, vermittelt Elektrofachkräften das nötige Wissen für lichttechnische Anlagenüberprüfungen. Nach bestandenem Wissenstest erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat auf Grund­lage eines Musters der DGUV – ein gutes Qualitätssiegel für lichtkompetente Elek­trofachbetriebe.

Ein weiterer Treiber für Sanierungen ist auch das seit 2023 geltende Leuchtstofflampenverbot. Das Inverkehrbringen von Kompakt-Leuchtstofflampen ist seit dem 25.2.2023, das von stabförmigen Leuchtstofflampen seit dem 25.8.2023 untersagt. Da die Restbestände von Leuchtstofflampen zunehmend aufgebraucht sind, ist nun ein Ersatz auf Basis von LED-Technologie erforderlich. Viele Betreiber wissen jedoch nicht, welche Sanierungsoptionen existieren und welche Vor- und Nachteile damit verbunden sind.

Sanierungsoptionen für besseres Licht

Für die meist kleineren und mittleren Projekte des Elektrohandwerks eignen sich insbesondere zwei Lösungsoptionen, da sie schnell und einfach umzusetzen sind:

  • Geräteträgertausch
  • 1:1-Austausch von Lichtbändern gegen LED-Systeme mit Lichtmanagement (LMS).

Retrofitlösungen werden in diesem Kontext nicht empfohlen, da sie universell in die Geräteträger verschiedener Hersteller eingebaut werden. Diese technische und kon­struktive Heterogenität wirft viele Fragen auf, z. B. im Hinblick auf die Funktionalität, Lichtqualität und Lebensdauer der Leuchten. Häufig zeigt sich erst nach der Umrüstung, ob und wie Lampe und Leuchte zusammen funktionieren. Viele Fehlfunktionen treten erst im längeren Betrieb auf. Um solchen Problemen vorzubeugen, enthält das aktuelle ZVEI-Whitepaper »Umrüsten von Leuchten« (Mai 2024) – kostenlos downloadbar unter www.zvei.org – einen umfangreichen Prüfkatalog für den Einsatz von Retrofits. Der Aufwand für eine Beurteilung, ob eine Retrofitlösung sinnvoll ist, ist erheblich und im Vorfeld schwer kalkulierbar.

Auch die Neuplanung von Lichtband­anlagen ist in der Regel mit einem höheren Planungs- und Montageaufwand verbunden. Aus diesem Grund bleibt diese Option für kleinere und mittlere Projekte im Rahmen dieses Artikels unberücksichtigt – auch wenn sie die besten Ergebnisse verspricht.

Geräteträgertausch als gewählte Option

Eine besonders einfache Art der Lichtband-Sanierung ist der bloße Wechsel der Geräteträger auf LED-Varianten. Effiziente Systeme mit Lichtausbeuten > 190 lm/W können über 50 % Energie einsparen. Die große Auswahl an Optiken – z. B. Linsen oder Kombinationen aus Linsen und Lichtkammern – ermöglicht eine bessere Berücksichtigung der objektspezifischen Gegebenheiten und dadurch eine deutlich gesteigerte Beleuchtungsqualität. So lassen sich die Herausforderungen Leuchtstofflampenverbot, Energieeinsparung und verbesserte Lichtqualität gleichzeitig lösen.

Der Wechsel eines Geräteträgers dauert in der Regel weniger als eine Minute und verursacht keine nennenswerte Verschmutzung des Raumes. Dieser geringe Aufwand führt dazu, dass die Sanierung oft ohne Betriebsunterbrechung durchgeführt werden kann.

Ganz entscheidend für die Realisierbarkeit ist allerdings die Kompatibilität des neuen Geräteträgers mit dem vorhandenen Tragschienensystem. Es erspart dem Elektrofachunternehmen viel Recherchezeit, wenn die Hersteller in ihren Dokumentationen klare Angaben dazu machen. Trilux ist in dieser Hinsicht beispielgebend. Für sein seit über 30 Jahren etabliertes Lichtbandsystem »E-Line« verspricht das Unternehmen: »Durch ein intelligentes Sanierungskonzept lassen sich alle Vorgängervarianten der E-Line schnell und einfach auf die neueste Technologie upgraden.«

Ein Praxisbeispiel: In dem Produktionshallenprojekt bei der Wache GmbH in Lübeck mit 225 »E-Line«-Lichtpunkten in 8 m Höhe betrug die Montagezeit weniger als 32 Mannstunden. Das sind im Schnitt 8,5 Minuten pro Leuchte, inklusive aller erforderlichen Nebenarbeiten (Bild 2).

Quelle: Trilux

1:1-Austausch von Lichtbändern gegen LED-Systeme mit LMS

Neue Lichtbänder mit Lichtmanagement (LMS) in Form einer Tageslichtregelung –dieser Sanierungsansatz ist besonders bei Projekten mit einem hohen Tageslicht-Einfall empfehlenswert, so dass das Kunstlicht entsprechend stark gedimmt werden kann. Für das erste Kundengespräch lassen sich die Einsparpotentiale unterschiedlicher Lösungsansätze bereits mit einfachen Effizienzrechnern grob abschätzen. So liefert z. B. der Trilux-Effizienzcheck überschlägige Werte zur absoluten und prozentualen jährlichen Energiekosteneinsparung sowie zum entsprechenden absoluten CO2-Äquivalent (Bild 3).

Eine sehr einfache Möglichkeit der LMS-Integration ergibt sich bei kleineren Beleuchtungsanlagen. Hier erlaubt die reduzierte Anschlussleistung durch LED-Technologie oft eine Umstellung von drei- auf einphasigen Betrieb. In diesem Fall können die zwei überzähligen Adern einer 5-LV-Durchgangsverdrahtung als Dali-Steuerleitungen verwendet werden. Am Trennstecker-Unterteil müssen dazu lediglich die entsprechenden Kontakte verschoben werden.

Ist bei größeren Beleuchtungsanlagen ein dreiphasiger Betrieb erforderlich, empfiehlt sich für eine LMS-Integration ein 1:1-Tausch der Lichtbänder. In diesem Fall ist eine mindestens 7-adrige Verdrahtung im Tragprofil notwendig (fünf Adern für die Netzversorgung + zwei Adern als Dali-Steuerleitung). Die Umsetzung erfolgt mit einem schnell zu montierenden, komplett herstellergeprüften System aus neuen Tragprofilen und Geräteträgern.

Ein weiterer Tipp für eine schnelle Montage: Wenn bei Sanierungsprojekten die entsprechenden Dali-Steuerleitungen, z. B. zur Anbindung von Sensoren oder Tastern, fehlen, können diese auf Funkbasis in die Beleuchtungsanlage integriert werden. Dank ihrer kleinen Bauform sind diese Funk-Dali-Bausteine in die meisten Leuchten einbaubar.

Neben der tageslichtabhängigen Regelung kann ein Lichtmanagementsystem auch Präsenzerfassung oder Zeitschaltung umfassen. Beim »vorauslaufendenden Licht« werden durch einen Sensorimpuls benachbarte Leuchten aktiviert, was zum Beispiel in Lagerbereichen von Vorteil sein kann. Darüber hinaus kann jeder Lichtpunkt zum Datenpunkt werden – und damit Teil der digitalen Gebäudeinfrastruktur. In größeren Gebäudekomplexen eröffnet dies zahlreiche weitere Optionen, z. B. die Echtzeitüberwachung der Leuchten.

Quelle: Trilux

Sanierungswissen für Praktiker

Für alle, die Beleuchtungssanierungen nicht nur in Verbindung mit Lichtbändern proaktiv angehen und professionell durchführen möchten, empfiehlt sich die »Basisqualifizierung Licht«, die vom Arbeitskreis Licht Akademien (ALA) anerkannt ist (Bild 4). ALA steht für eine Interessensgemeinschaft namhafter Akademien für die Fort- und Weiterbildung auf dem Gebiet Licht und Beleuchtung in Deutschland (siehe ala-info.de).

Der dreitägige Kurs legt den Schwerpunkt auf praktische Übungen und Anwendungsszenarien. Die Teilnehmer arbeiten mit realen Beleuchtungsanlagen, führen Messungen und Bewertungen direkt vor Ort durch, üben die Berechnung der Wirtschaftlichkeit und lernen, Sanierungsoptionen anschaulich zu präsentieren und Fördermöglichkeiten sinnvoll einzubinden. Durch diese Kombination aus kompaktem Fachwissen und intensiven Praxisphasen sind E-Handwerker anschließend in der Lage, bestehende Beleuchtungsanlagen kompetent zu beurteilen und konkrete, technisch fundierte Handlungsempfehlungen für deren Sanierung zu geben.

Quelle: ALA

Fazit

Lichtbänder sind in vielen kleineren und mittleren Beleuchtungsanlagen seit vielen Jahren unverändert im Einsatz. Diese Anlagen verbrauchen oft unnötig viel Energie. Mit einfachen Sanierungsmaßnahmen lässt sich das Effizienzniveau deutlich steigern. Beim Tausch von Geräteträgern bedeutet das mindestens eine 50-%ige Energieeinsparung. Bei einer 1:1-Sanierung mit neuen Lichtbändern und einer Tageslichtregelung sind sogar Einsparungen von über 75 % möglich. Die modernen LED-Optiken verbessern die Beleuchtungsqualität ebenso wie die Atmosphäre im Raum. Qualitätshersteller bieten Produkte, die innerhalb kürzester Zeit installiert werden können und oft keine Betriebsunterbrechungen erfordern.

Für Schnellleser

Beleuchtungsanlagen mit Lichtbändern, die mit Leuchtstofflampen betrieben werden, sind auch heute noch weit verbreitet

Den aktuellen Herausforderungen hinsichtlich Lampenverboten, hoher Effizienz und guter Beleuchtungsqualität werden sie nicht mehr gerecht

Quelle: 

de – das elektrohandwerk

Autor

Heiner Hans, Dozent und Fachautor für Lichttechnik, Arnsberg