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Zeitgemäße Elektroinstallationen in Gebäuden

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Inhaltsverzeichnis und Quicklinks

Eine zeitgemäße Elektroinstallation besteht heute längst nicht mehr nur aus Kabeln, Schaltern und Steckdosen. Durch die höhere Technisierung unseres Alltags und den steigenden Anforderungen innovativer Gebäudesystemtechnologien haben sich die Herausforderungen in der Haus- und Gebäudetechnik revolutioniert.

Erhöhte Standards und zukunftsorientierte Gebäudeautomation fordern von der installierten Elektrotechnik in Gebäuden weit mehr und zusätzliche Installationskomponenten erweitern die klassische Elektroinstallation. Hinzukommende Funktionen für mehr Wohnkomfort, Sicherheit und Energieeffizienz prägen die Anforderungen an eine moderne Elektroinstallation. Auch im Zuge der Energiewende werden neue Ansprüche an die Gebäudeinstallation gestellt.

Eine moderne Elektroinstallation hält Schritt mit den neuen Herausforderungen und setzt die wichtige Basis für einen zuverlässigen und energieeffizienten Betrieb sowie zukunftsweisende Erweiterungsmöglichkeiten.

 

Die klassischen Grundlagen einer modernen Elektroinstallation

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Gestern wie heute sind die Grundlagen der installierten Technik in einem Gebäude zwar augenscheinlich gleichgeblieben. Dennoch finden sich auch bei den Kernelementen der Elektro-Infrastruktur einige Aktualisierungen:

Erdung

Mit der Neufassung der DIN 18015-1 für elektrische Anlagen in Wohngebäuden wird in Neubauten ein Fundamenterder gefordert. Eingelegt in das Gebäudefundament ist der Hauptpotentialausgleich wesentlich wirksamer und die Basis für effektive Erdungsmaßnahmen in der Verbraucheranlage ist gesichert. Bereits bei Planung der Rohbauarbeiten (Herstellung von Bodenplatte und Fundament) muss die Verlegung des Erders eingeplant werden.

Potentialausgleich

Spannungsunterschiede (Potentialdifferenzen) zwischen leitfähigen Rohrleitungen, Gebäudeteilen und berührbaren, leitfähigen Teilen von elektrischen Einrichtungen am Gebäude werden durch einen Potentialausgleich beseitigt. In DIN VDE 0100-410 ist der Schutzpotentialausgleich der elektrischen Anlage nach DIN VDE 0100-540 über Haupterdungsschienen vorgeschrieben. Potentialausgleich und Erdungsanlage ergänzen sich somit zu einem wirksamen Schutzsystem.

Hausanschluss

Die Schnittstelle zum Stromversorgungsnetz ist der Hausanschluss. Er verbindet die hauseigene Verbraucheranlage mit dem örtlichen Verteilernetz. Die Hauptbestandteile sind die Hauptanschlussleitung und der Hausanschlusskasten, die ordnungsgemäß von einem konzessionierten Elektromeister-Fachbetrieb installiert werden müssen. Die Abnahme durch den örtlichen Stromversorger ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben.

Hauptstromversorgungssystem

Alle im Gebäude verlegten Hauptleitungen und Sicherungseinrichtungen zählen zum Hauptstromversorgungssystem, welches nach DIN 18015-1 und TAB 2000 installiert wird. Sie sind als Drehstromsysteme und bei mehreren Hauptleitungen in Form eines Strahlennetzes auszuführen unter Beachtung der Bauordnung des entsprechenden Bundeslandes und der Leitungsanlagenrichtlinie (LAR).

Bemessungsgrundlagen

Für die optimale Wahl der Leiterquerschnitte des Hauptstromversorgungssystems werden die folgenden Kriterien geprüft: Leistungsbedarf, Erwärmung, Spannungsfall, Selektivität und Kurzschlussfestigkeit. Dabei ist für die Dimensionierung der passenden Leiter in Wohngebäuden die DIN 18016-1 anzuwenden.

Zähleranlage

Als geeichte Stromzähler werden die klassischen mechanischen Ferraris-Zähler durch elektronische Haushaltszähler (eHZ) seit 2017 unter gewissen Bedingungen bindend ersetzt. Die digitalen Stromzähler verfügen über zeitgemäße Funktionen wie Stromverbrauchsanzeige in Echtzeit, Fernauslese und Smart Metering. Sie werden in Zählerschränken verbaut, die genormte Anforderungen erfüllen müssen wie DIN 43870-1, VDE 0603 und die ab dem 1. April 2019 gültige VDE AR-N 4100:2019-04.

 

Elektroplanung – Installationsumfang und Ausstattungswerte

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Direkt zu Beginn steht für eine zukunftssichere Elektroinstallation in einem Gebäude die Bedarfsermittlung im Fokus und eine gut durchdachte sowie vorausschauende Planung ist elementar. Dabei ist es egal, ob es sich um einen Neubau oder eine umfassende Modernisierung handelt. Die Funktionalität und der Zustand der Elektroinstallation werden durch den Ausstattungswert bestimmt und es wird der Umfang der Installation definiert. Dafür ist in der Norm DIN 18015-2 Folgendes festgelegt: 

  • Anzahl der Schalter und Steckdosen
  • Beleuchtungsanschlüsse
  • Stromkreise mit eigener Zuleitung (Elektroherd, Geschirrspüler, Waschmaschine u.a.)
  • Kommunikationsanschlüsse
  • Stromkreisverteiler
  • Gebäudekommunikation (Klingel, Sprechanlage, Video-Sprechanlagen u.a.)

Darüber hinaus hat die Fachgemeinschaft HEA mit den RAL-RG 678 Richtlinien für elektrische Anlagen in Wohngebäuden eine erweiterte Festlegung vorgenommen, die sowohl konventionelle als auch erweiterte Ausstattungen mit einbezieht. Für die Basisinstallationen stehen die Ausstattungswerte 1,2 und 3:

Ausstattungswert 1 entspricht der Mindestausstattung nach DIN 18015-2 mit der mindestens benötigten Anzahl an Schaltern, Steckdosen und Anschlüssen. Die Anzahl der Stromkreise richtet sich nach der Wohnfläche.

Ausstattungswert 2 hat zusätzlich zur vorgenannten Standardausstattung eine komfortable Anzahl an Schaltern, Steckdosen und Anschlüssen. Wobei es pro Raum je mindestens einen Stromkreis gibt.

Ausstattungswert 3 entspricht einer Komfortausstattung mit einer entsprechend hohen Anzahl an Schaltern, Steckdosen und Anschlüssen. Ebenfalls gibt es hier pro Raum mindestens einen Stromkreis.

Weiterhin umfasst die Richtlinie RAL-RG 678 noch die Ausstattungswerte 1plus, 2plus und 3plus. Das Plus steht für mehr Sicherheit, Komfort und Energieeffizienz durch Einsatz von Gebäudesystemtechnik. Dies umfasst dann neben der Basisinstallation:

  • das Automatisieren der Beschattung
  • die Gebäudesicherheit durch Alarmsysteme
  • das Heizen, Kühlen und Lüften des Gebäudes
  • das Regeln/Steuern/Dimmen von Beleuchtungsanlagen
  • das Schalten von Steckdosen und leistungsintensiven Verbrauchsgeräten dank intelligenten Energiemanagements

Eine ausführliche Information inklusive übersichtlicher Tabellen zu den einzelnen Ausstattungswerten stellt die HEA mit ihrer Neufassung der RAL-RG 678 hier zur Verfügung.

 

Moderne Bustechnik macht Gebäude intelligent

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Insbesondere in Neubauten oder umfassenden Sanierungsprojekten werden parallel zur klassischen Elektroinstallation spezielle Busleitungen für Smart Home-Technologien verlegt. Für die gebäudeinterne Vernetzung hat sich innerhalb der letzten 20 Jahre der Busstandard KNX weltweit als führend etabliert.

Über die parallel verlegten KNX-Leitungen lassen sich nahezu alle Komponenten einer zeitgemäßen Gebäudetechnik miteinander verbinden: angefangen bei der Beschattung und Beleuchtung, über die Alarm-, Türsprechanlage und Rauchwarnmelder bis hin zu Heizung sowie Klima- und Belüftungsanlage. Die vernetzten Geräte und Komponenten werden automatisiert über zentrale Endgeräte geregelt und gesteuert.

Neben den umfassenden Vorteilen in den Bereichen Komfort, Sicherheit, Entertainment und altersgerechtem Wohnen, welche die modernen smarten Technologien bieten, hebt sich vor allem die Energieeffizienz-Steigerung ab. So können nach aktuellen Studien des Borderstep Instituts für Innovation und Nachhaltigkeit* je nach Alter und Art eines Gebäudes Einspareffekte von 20 % bis hin zu 50 % erreicht werden.

 

Smarte Elektrotechnik hält Einzug in Stromnetze

Die Anforderungen an eine zeitgemäße Elektroinstallation in Gebäuden befinden sich im digitalen Wandel. Im Zuge der Energiewende werden unsere Stromnetze intelligent. Die Grundlage hierfür sind Versorgungsnetze, in denen ein kontinuierlicher Informationsaustausch zwischen allen Teilnehmern stattfindet – den sogenannten Smart Grids. So können Stromverbräuche, die Erzeugung und Speicherung dynamisch geregelt und gesteuert werden, was die Nutzung von Primärenergien höchst effizient macht.

Um diese Entwicklung voranzutreiben sind im Zuge des Gesetzes „Digitalisierung der Energiewende“ bereits seit 2017 Smart Meter (digitale Stromzähler) Pflicht: ab 2020 für Haushalte mit einem Stromverbrauch von mehr als 6.000 Kilowattstunden und/oder einer Strom-erzeugenden Anlage (z. B. Photovoltaikanlage) mit einer Nennleistung von mehr als sieben Kilowatt Peak. Bis 2032 sollen die intelligenten Smart Meter flächendeckend den analogen Ferraris-Zähler ersetzt haben.

 

Der Trend von privaten Stromerzeugungsanlagen hält an

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Die Nutzung regenerativer Energien (Sonne, Wind, Erdwärme etc.) und damit die Unabhängigkeit von Energieversorgungsunternehmen setzt sich immer stärker durch – nicht zuletzt durch attraktive Förderprogramme. Jedoch müssen bei der Elektroinstallation eines Gebäudes mit einer privaten Photovoltaikanlage gewisse Anforderungen erfüllt werden. Maßgeblich bindend ist hier die DIN VDE 0100-712 zur Planung und Errichtung von PV-Anlagen.

Schon in der Planungsphase der Elektroinstallation müssen zusätzliche Anschlüsse sowie Überspannungsschutzeinrichtungen und Überspannungsschutzgeräte für die PV-Anlage und den Wechselrichter mit in Betracht gezogen werden. Dies betrifft auch Signal- und Kommunikationskreise, die in dem PV-Stromversorgungssystem vorhanden sind.

Ein besonderes Augenmerk sollte auf die verlegten Solarkabel gerichtet werden, da sie besonderen Belastungen ausgesetzt sind. Sie müssen sehr gut isoliert, witterungsbeständig und halogen- sowie säurefrei sein. Ebenfalls muss die Dimensionierung stimmen, damit Leistungsverluste vermieden werden. Leitermaterial, Querschnitte und die Länge der Leitungswege sollten im optimalen Verhältnis stehen.

 

Elektromobilität – sicheres Laden beginnt bei der Installation

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Elektrofahrzeuge müssen regelmäßig und sicher aufgeladen werden. Daher steht heute mit zunehmender Verbreitung von E-Fahrzeugen die Einbindung von entsprechenden Ladevorrichtungen in die Gebäudeinstallation direkt mit an. Dabei sind spezielle Vorschriften zu beachten, die über die bekannten VDE Normen zur Errichtung von Starkstromanlagen hinausgehen.

Diese Anforderungen sind detailliert in der DIN VDE 0100-722 beschrieben und gelten für jeden Anschlusspunkt. Grundsätzlich wird zwischen geerdeten Systemen (TN-/TT-Systeme) mit einer Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) und ungeerdeten Systemen (IT-Systeme) mit Isolationsüberwachungsgeräten (IMD) bzw. Einrichtungen zur Isolationsfehlersuche (IFLS) unterschieden.

Die Grundlage für eine sichere Installation von Ladeeinrichtungen ist die richtige Wahl

  • des Erdungssystems und der Leiter,
  • der Schutzmaßnahmen (Basisschutz/Fehlerschutz),
  • der Isolierung von berührbaren, leitfähigen Teilen,
  • der Dimensionierung von Kabeln und Leitungen,
  • des Überstromschutzes und Überspannungsschutzes.

Weiterführende Informationen finden Sie in dem technischen Leitfaden „Ladeinfrastruktur Elektromobilität“

 

Eigenleistungen bei Elektroarbeiten – das ist erlaubt

Grundsätzlich zählt das Elektrohandwerk zu den gefahrengeneigten Handwerken und unterliegt der Meisterpflicht. Daher dürfen Elektroinstallationsarbeiten nur durch eingetragene Innungsfachbetriebe mit entsprechender Konzession durchgeführt werden.

Dennoch gibt es einige Arbeiten, die auch durch Laien in Eigenleistung beim Neubau oder einer Sanierung durchgeführt werden können. Zu diesen Arbeiten zählen beispielsweise Schlitze selbst zu stemmen, Kabel und Leerrohre zu verlegen sowie Verteilerdosen einzugipsen.

Diese Arbeiten sollten in enger Abstimmung mit einem Elektrofachmann erfolgen, der die Leistungen kontrolliert und anschließend die Abschlussarbeiten ausführt.

 

Regelmäßige Überprüfung der elektrischen Anlage für mehr Sicherheit

Elektrische Anlagen kommen in die Jahre. Meist vom Laien unentdeckt, können dann unangenehme Überraschungen eintreten. Eindeutige und für jeden erkennbare Anzeichen, dass die eigene Elektroinstallation durch einen Fachbetrieb geprüft werden sollte, sind beispielsweise:

  • Es fehlen FI-Schutzschalter.
  • Die Anlage ist älter als 20 Jahre.
  • Ausstattung ist nicht mehr zeitgemäß.
  • Überspannungs- und Blitzschutz sind schlecht.
  • Überlastung durch zusätzliche Steckdosenleisten.

Um gefährliche Mängel in der eigenen Elektroinstallation frühzeitig zu erkennen, bietet sich der E-Check an. Ein qualifizierter Elektrofachbetrieb prüft die gesamte elektrische Anlage und alle angebundenen Elektrogeräte in einem Gebäude. Damit wird sichergestellt, dass alle gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsaspekte eingehalten werden.

FAQ

  • Was versteht man unter einer zeitgemäßen Elektroinstallation und welche Anforderungen muss sie erfüllen?

    Eine zeitgemäße Elektroinstallation im Wohnhaus sorgt dafür, dass alles zuverlässig funktioniert und gleichzeitig auf zukünftige Anforderungen vorbereitet ist. Sie geht weit über die reine Stromversorgung hinaus und bildet die Grundlage für Komfort, Sicherheit und Vernetzung im Alltag. Grundlage sind aktuelle Normenreihen wie DIN VDE 0100 und DIN 18015.

    Kurz gesagt:

    • Sicher: Schutz vor Stromschlägen und Überlastung, z. B. durch FI-Schalter und eine passende Absicherung.
    • Normgerecht: Planung und Ausführung nach aktuellen Vorschriften.
    • Alltagstauglich: ausreichend Steckdosen, Stromkreise und eine durchdachte Beleuchtung.
    • Strukturiert: klare Leitungsführung und definierte Installationszonen.
    • Vernetzt: stabile Internet- und Netzwerkanschlüsse in den wichtigen Bereichen.
    • Smart: geeignet für Anwendungen wie Licht- oder Heizungssteuerung.
    • Zukunftssicher: vorbereitet für PV-Anlage, Wallbox oder Wärmepumpe sowie mit ausreichenden Reserven.
  • Wie plane ich eine zukunftssichere Elektroinstallation im Neubau und bereite sie optimal auf Smart Home vor?

    Eine zukunftssichere Elektroinstallation wird von Anfang an so geplant, dass sie den heutigen Bedarf abdeckt und sich später einfach erweitern lässt. Wichtig ist, nicht nur den Mindeststandard zu erfüllen, sondern direkt Reserven und moderne Technik mit einzubeziehen.

    Wichtige Punkte sind:

    • Vorausschauend planen: Nutzung der Räume heute und in Zukunft berücksichtigen (z. B. Homeoffice, E-Mobilität).
    • Großzügig auslegen: mehr Steckdosen, eigene Stromkreise und ausreichend Platz im Verteiler einplanen.
    • Leerrohre vorsehen: für spätere Erweiterungen ohne Stemmarbeiten.
    • Vernetzen: strukturierte Netzwerkverkabelung und Anschlüsse für WLAN-Access-Points einplanen.
    • Smart vorbereiten: Leitungen, Dosen und ggf. Bussysteme für Licht, Heizung und Sicherheit vorsehen.
    • Zentralisieren: Technikraum oder Verteilerschrank für Router, Steuerung und Aktoren einplanen.
    • Energie mitdenken: Vorbereitung für PV-Anlage, Wallbox und Energiemanagement.

    So entsteht eine Installation, die flexibel bleibt und mit neuen Anforderungen wächst.

  • Wer darf Elektroinstallationen im Wohnhaus ausführen und was darf ich als Bauherr selbst machen?

    Elektroinstallationen im Wohnhaus dürfen in Deutschland grundsätzlich nur von einem eingetragenen Elektrofachbetrieb ausgeführt werden. Das betrifft alle Arbeiten an festen elektrischen Anlagen.

    Aufgaben im Überblick:

    Tätigkeit Ausführung
    Neue Stromleitungen verlegen oder anschließen Elektrofachbetrieb
    Steckdosen oder Schalter neu installieren oder anschließen Elektrofachbetrieb
    Arbeiten am Sicherungskasten oder Stromzähler Elektrofachbetrieb

    Eine Leuchte an eine vorhandene Deckenleitung anschließen (Austausch)

    Selbst möglich
    Abdeckungen von Steckdosen oder Schaltern wechseln (ohne Kabel anzufassen) Selbst möglich
    Internet- oder Klingelkabel verlegen Selbst möglich
    Wände aufstemmen, Dosen setzen, Leerrohre verlegen In Abstimmung mit Fachbetrieb

    Die Verantwortung für Sicherheit, Prüfung und Anschluss bleibt immer beim Fachbetrieb.

  • Welche Rolle spielt die Elektroinstallation für Smart Home und Smart Building im Wohnhaus?

    Die Elektroinstallation ist die technische Grundlage für das Smart Home. Sie sorgt dafür, dass Geräte mit Strom versorgt werden, miteinander verbunden sind und automatisch gesteuert werden können.

    Das bedeutet konkret:

    • Alles lässt sich zentral bedienen.
    • Geräte sind miteinander vernetzt.
    • Energie kann gezielter genutzt werden.
    • Neue Technik lässt sich einfach einbinden.
    • Abläufe können automatisch gesteuert werden.

    Ohne diese Grundlage bleibt Smart Home in vielen Bereichen eingeschränkt.

  • Ab wann ist eine ältere Elektroinstallation ein Sicherheitsrisiko?

    Eine Elektroinstallation wird zum Sicherheitsrisiko, wenn sie veraltet ist, sichtbare Mängel aufweist oder mit der heutigen Nutzung nicht mehr mithalten kann. Das ist oft nach etwa 30–40 Jahren der Fall.

    Typische Anzeichen:

    • Sicherungen lösen häufig aus.
    • Kein FI-Schutzschalter vorhanden.
    • Leitungen sind alt oder beschädigt.
    • Steckdosen, Schalter oder Kabel werden spürbar warm.
    • Zu wenige Steckdosen und daher viele Mehrfachstecker.

    Spätestens bei solchen Hinweisen sollte die Anlage durch einen Elektrofachbetrieb geprüft werden.

  • Wie oft sollte eine bestehende Elektroinstallation geprüft werden und wer ist dafür zuständig?

    Eine Elektroinstallation sollte regelmäßig überprüft werden, um Sicherheit und Funktion zu gewährleisten. Als Richtwert gilt: etwa alle 4 bis 10 Jahre – je nach Alter, Zustand und Nutzung der Anlage.

    Empfohlene Prüfintervalle:

    • ca. alle 4 Jahre: bei älteren oder stärker belasteten Anlagen
    • bis zu 10 Jahre: bei neueren, unauffälligen Installationen
    • zusätzlich bei Anlass: z. B. nach Umbauten, bei Störungen oder vor einem Immobilienverkauf

    Wer ist verantwortlich?

    • Eigentümer (selbst genutzt): verantwortlich für den sicheren Zustand der Anlage
    • Vermieter: verantwortlich für regelmäßige Prüfungen und Dokumentation
    • Durchführung: nur durch eine Elektrofachkraft oder einen Fachbetrieb (z. B. E-CHECK)

    Eine regelmäßige Prüfung hilft, Mängel frühzeitig zu erkennen und Risiken zu vermeiden.

  • Wie gehe ich bei der Modernisierung einer alten Elektroinstallation im Bestandsgebäude vor?

    Die Modernisierung erfolgt am besten schrittweise: Zuerst wird der Zustand geprüft, dann die neue Installation geplant und anschließend nach aktuellem Standard umgesetzt.

    Vorgehen im Überblick:

    Schritt Empfehlung
    Bestandsaufnahme Elektrofachbetrieb prüft Leitungen, Sicherungen, Schutzmaßnahmen und Zustand der Anlage.
    Planung Bedarf festlegen (Steckdosen, Licht, Netzwerk, neue Verbraucher) und Konzept erstellen.
    Neuinstallation Anlage nach aktuellen Normen erneuern, ausreichend Stromkreise einplanen.
    Sicherheit FI-Schalter, Schutzleiter, Überspannungsschutz und Absicherung auf aktuellen Stand bringen.
    Erweiterung Leerrohre, Reserven und Netzwerkanschlüsse direkt mit vorsehen.
    Umsetzung Installation und Anschluss ausschließlich durch Fachbetrieb.
    Prüfung Messung, Dokumentation und Abnahme nach Fertigstellung.

     

  • Welche Normen gelten für Elektroinstallationen in Wohnungen?

    Für Elektroinstallationen in Wohngebäuden gelten in Deutschland vor allem DIN- und VDE-Normen. Sie regeln Planung, Ausführung und Sicherheit der gesamten Anlage.

    Relevante Normen im Überblick:

    Norm Bedeutung
    DIN VDE 0100 Zentrale Vorschriften für Sicherheit, Schutzmaßnahmen und Installation
    DIN 18015 Speziell für Wohngebäude: Planung, Ausstattung und Leitungsführung
    DIN VDE 0100-410 Schutz vor Stromschlägen (z. B. FI-Schalter)
    DIN VDE 0100-420 Schutz vor Überlastung und Brand
    DIN VDE 0100-600 Prüfung der Anlage vor Inbetriebnahme
    DIN VDE 0100-701 Regeln für Badezimmer und Feuchträume

    Auch wichtig:

    • RAL-RG 678: Ausstattungsstandards (z. B. Anzahl Steckdosen)
    • TAB der Netzbetreiber: Vorgaben für Netzanschluss und Zählerplatz

    Zusammen sorgen diese Regelwerke dafür, dass Elektroinstallationen sicher, funktional und zukunftsfähig.

  • Wie hoch sind die Kosten für eine Elektroinstallation im Haus?

    Die Kosten für eine Elektroinstallation hängen stark von Ausstattung, Gebäudezustand und Umfang ab. Im Neubau liegen sie meist im mittleren vierstelligen bis niedrigen fünfstelligen Bereich, bei Sanierungen oft höher.

    Kosten im Überblick:

    Situation Kosten pro m² Gesamtkosten (ca. 130–150 m²)
    Neubau, Basis ca. 80–100 €/m² ca. 10.000–15.000 €
    Neubau, gehoben ca. 100–130 €/m² ca. 12.000–20.000 €
    Altbau, Sanierung ca. 80–150 €/m² ca. 10.000–22.500 €
    Altbau, hoher Standard ab ca. 150 €/m² über 30.000 €

    Wichtige Einflussfaktoren:

    • Anzahl der Steckdosen, Stromkreise und Leitungen
    • Smart-Home-oder Netzwerkausstattung
    • Zustand des Bestands (bei Sanierung)
    • Regionale Handwerkerkosten

    Eine genaue Kostenschätzung ist immer nur individuell möglich – die Spannbreite ist je nach Ausstattung und Aufwand deutlich.